Veranstalltungen ab 2020

März 2020

Ji-Su Kang-Gatto
"A DAUGHTER'S TABLE"

Eröffnung: Do., 19.03.2020, 19 bis 21 Uhr
Ausstellung: 20.-29.03.2020, Di.-Sa. 17 bis 19 Uhr & So. 15 bis 18 Uhr

‚Identities and Recepies‘ ist eine YouTube-Serie, die aus 24 in monatlicher Folge veröffentlichten Kurzvideos besteht. Jedes von ihnen ist einem typisch koreanischen Gericht gewidmet. Wie die gleichlautenden, seriellen Titel ‚How to make/cook...‘ verraten, lehnen sie sich vom kulinarischen Inhalt und der auf einzelne Arbeitsschritte zugeschnittenen Form her an gängige Web-Koch-Tutorials an. Einzelne Beispiele aus dieser Serie werden zusätzlich zur Online-Distribution in Ausstellungen auf einem Tablet gezeigt, das ein eigenes skulpturales Gewicht enthält. Denn Ji Su Kang-Gatto fertigt für die Tablets spezielle Silikonhüllen an, die spezifisch für das jeweilige Video sind und in engem Verhältnis zu dessen Inhalt stehen. Generell schon lässt sich die Textur der Silikonhülle mit der Konsistenz und Farbigkeit mancher Zutaten und Lebensmittel vergleichen. Zudem mischt die Künstlerin kleine skulpturale und figürliche Elemente in ihre Koch-Clips. Wie bei Kochvideos üblich wählt auch Ji Su Kang-Gatto neben Rückenansichten oft enge Bildausschnitte, die auf die einzelnen Handgriffe der Zubereitung fokussieren und die Arbeit des Kochens mitunter meditativ zelebrieren, wie man es schon klischeehaft von asiatischer Kochkunst erwartet. Zugleich tritt die Künstlerin als Kochende auf, setzt sich selbst und ihren Körper in Szene.

Während frühe Videokünstlerinnen Kochen und Haushalt als Inbegriff unentlohnter Reproduktionsarbeit thematisierten, macht sich Ji Su Kang-Gatto sowohl die YouTube-Kultur als auch die koreanische Küche zunutze, um ihre eigene Identität und kulturelle Verwurzelung zu reflektieren. Doch scheinen dabei immer wieder Analogien zwischen dem dekorativen Essen und dem schön dargebotenen weiblichen Körper auf, die sexistische Implikationen sowohl in Szene setzen als auch offen legen.

Ji Su Kang-Gatto, geb. 1989 in Seoul, Studium an der Kunstakademie Düsseldorf und der Kunsthochschule für Medien Köln, lebt und arbeitet in Düsseldorf.

– Ein Text von Jingyun Gong über die Arbeiten von Ji Su Kang-Gatto.

 

Juni 2020

Fivos Theodosakis
aber alles blieb unverändert, ...
19.06. bis 02.07.2020 | samstags und sonntags 15-18 Uhr O. N. V.

In der Installation „aber alles blieb unverändert, …“ greift Fivos Theodosakis den gesamtgesellschaftlichen Diskurs zu Grenzziehungen auf. Mit seiner begehbaren Installation entwirft er einen Raum im Raum, der nicht nur die Grenzen geschlossener Architektur sprengt, sondern sich auch an der Schwelle zwischen Bühnenbild und Bildkunst bewegt. Die Arbeit von Fivos Theodosakis scheint ein zunächst befremdlich wirkendes Eigenleben zu führen. Durch optische, akustische und haptische Reize, spricht die Arbeit den Sinnesapparat der Besucher*innen direkt an, wodurch sie gleichsam unmittelbar in das Kunstwerk einbezogen werden.

kuratiert von
Alexander Pütz & Angela Theisen

Juli 2020

Eröffnungskonzert: Donnerstag, 09. Juli 2020, 18:00 – 21:00
Installation: Freitag, 10. bis Sonntag 12. Juli 2020, 15:00 – 19:00

1 + 1 = 3 : Ab sechs Uhr trinken wir Bier, aber wir haben keins. (J. Cage)
Eine unberechenbare, prozesshafte, polymorphe Bilder- und Klangperformance

von Gudrun Barenbrock (Video) und Peter Behrendsen (Audio)

 

Juli / August 2020

Sissy Schneider

September 2020

Eliza Ballesteros
DOMESTIC HECK

Soft Opening: Do., 03.09.2020, 18 – 22 Uhr
Installation: 04.09.–14.09.2020

Eliza Ballesteros (*1988 in Hannover, lebt und arbeitet im Rheinland) beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit der Materialität und Figuration von Objekten und deren Relation zum Raum. Sie versteht Objekte als Träger von gesellschaftlichen und politischen Strukturen. Durch das Bearbeiten und 'Neuformulieren' von bekannt erscheinenden Gegenständen in Form, Maßstab und Oberfläche, macht Eliza Ballesteros gesellschaftliche Dispositive sichtbar.
Die Objekte der Installation DOMESTIC HECK sind Ergebnisse einer andauernden Recherche über die Jagd als kulturelle Praktik und die Jagdstube als tradiertem Ort. Eliza Ballesteros verhandelt damit Fragen nach Tradition und Heimat, nach zugeschriebenen Geschlechterrollen und Archaik sowie der Domestizierung von Natur.

kuratiert von Alexander Pütz

Oktober 2020

digging. connecting. becoming.
setzt sich mit Paradigmenwechsel, Transformations- und Heilungsprozessen in kollektiven, öffentlichen und privaten Räumen auseinander.
diggig.connecting.becoming ist ein temporäres Lab, ein kooperatives Projekt, ein Experiment, dass zum Fragen stellen und Dialog einlädt.

Ein Projekt von
Parisa Karimi

Installation:

05.10. bis 11.10.2020

Montag bis Samstag 16.00 bis 18.00 Uhr

Foto: Selma Lampart

Oktober - November 2020

Paulina Hoffmann
entäußerung
Soft Opening Donnerstag 29.10.2020, 18.00-21.00 Uhr
bis 08.11.2020

In ihrer Installation "entäußerung" setzt sich Paulina Hoffmann (*1994, lebt und arbeitet in Düsseldorf) mit der Materialität und Formgebung von industriell hergestellten Waren und funktionalen Halbfertigprodukten auseinander. Momente des Materiellen und Immateriellen sind in unserer Gegenwart untrennbar miteinander verwoben. Demnach ist Material nicht nur Träger von Formen und Ideen, sondern verdeutlicht darüber hinaus kulturelle Bedeutung sowie semantische und historische Relevanz.

 

Januar 2021

 

Lieba Jappe (1934-2021)

Aus Deutschland erreichte uns die Nachricht, dass „Lieba“ Jappe am 22.Januar 2021 von uns gegangen ist. Unvergessen ist, wie sie sich 1977 für die AICA als Haupt-Organisatorin des XII.Kongresses und der 29.Assemblée generale in Köln eingesetzt hatte, wobei das Hauptthema der Kunst der sechziger Jahre gewidmet war. Den rund 150 Teilnehmern zeigte sie sich damals als geduldige, bescheidende, besonders weitherzige und sehr kompetente Gastgeberin. Mitglied der AICA wurde sie jedoch erst 1988, als sie schon längst Artikel über zeitgenössische Kunst veröffentlicht hatte. Ihr eigentliches Thema aber galt der Performance-Kunst. Es passte zu ihrer Ausbildung, denn obwohl sie 1934 als Hermine Cornelia Elisabeth Kluytenaar in Frankreich geboren wurde, studierte sie als Niederländerin zwar erst in Paris, dann aber in Amsterdam Kunstgeschichte, Bühnenbild und Kostümkunde. Da sie 1961 den Theaterhistoriker, Kunstkritiker, späteren Professor für Ästhetik und Dichter für optische und akustische Poesie Georg Jappe heiratete (mit dem sie zwei Kinder grosszog), lag es nahe, die Themen bildende Kunst und Theater zu verbinden, - voilà: die Einheit beider Kategorien lag in der Performance-Kunst. Als Kuratorin, Projekte-Macherin, Programm-Gestalterin, Übersetzerin und auch Autorin erwarb sie bald für diese neue Sparte der Kultur internationale Anerkennung. Von 1975 an gelang es ihr, Performances als eigenes Programm auf internationalen Kunstmärkten und Theaterfestivals unterzubringen, anfangs beispielsweise 1978 in Bremen. Das war nicht selbstverständlich, bald aber konnte sie zunehmend mit der Neugierde eines grösseren Publikums rechnen. Das ermutigte sie 1981 zur Gründung der Moltkerei Werkstatt in Köln, einem Avantgarde Zentrum für vornehmlich Performances und Workshops für internationale Künstler, das sie zunächst selbst leitete und das noch heute von Christian Merscheid weitergeführt wird. Beide veröffentlichten über ihre dortigen Aktivitäten, zu denen nach dem Fall der Mauer nun auch Auftritte junger ostdeutscher Künstler zählten, 1994/95 eine Publikation. Gemeinsam mit Georg Jappe kuratierte sie die rundreisende Ausstellung Resource Kunst (Berlin, Saarbrücken, München, Budapest), zu der beide 1989 im DuMont-Verlag in Köln ein Buch herausbrachten. Zuvor hatte Lieba für die documenta 8 (1987) endgültig das internationale Publikum mit der Kategorie performance-art vertraut gemacht. Diese Arbeit kulminierte in der eigenen Buchausgabe Performance – Ritual – Prozess, Handbuch der Aktionskunst in Europa (München 1993.) Es wurde ein Standartwerk, -was wäre die Performance-Art ohne Lieba Jappe gewesen! Nach dem Tod von Georg Jappe zog sie sich von ihren vielen Vortragsaktivitäten zurück. Das umfangreiche Archiv des Ehepaares Jappe erhielt –sofern es performance Art betrifft - zunächst das von Egidio Marzona geleitete Archiv der Avantgarden, das dann aber 2016 als Ganzes den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gestiftet wurde.

(Antje von Graevenitz, AICA-Mitglied in Amsterdam)


Elisabeth ‘Lieba‘ Jappe (1934-2021)

February 8, 2021

We received the sad news of the death of Lieba Jappe on 22 January.

We will always remember her as the main organizer of the12th congress and the 29th general assembly of the AICA in Cologne in 1977, dedicated to ‘The Art of the 1970s‘. For the ca. 150 participating members she showed herself a patient, modest, generous and, above all, competent host. But she herself only became an AICA member in 1988, after she had published several articles about contemporary art. Her main field of interest was performance art, for which she recieved the basis during her studies in art history, theatre, production design and costume design. Born of Dutch parents in France in 1934, as Hermine Cornelia Elisabeth Kluytenaar, she studied first in Paris and later in Amsterdam, where, in 1961, she married the theatre historian, art critic and later professor for aesthetics and poet, Georg Jappe, whose speciality was optical and acoustic language. It was obvious that she had to create a connection between art and theatre - and there it was: performance art, which became her field as curator, project manager, programmer, translator and writer. She soon gained international recognition for this latest form of artistic expression. From as early as 1975 she succeeded in promoting performance art as a seperate genre at art fairs and theatre festivals, such as in Bremen, Germany, in 1978. This was by no means straightforward in those days, but soon she found a wider audience for her projects. It lead to the establishment, in 1981, of the Moltkerei Werkstatt in Cologne, as an avant-garde centre, mainly for performances and workshops by international artists. It still exists. At first, she ran it herself, as the director, but after a while Christan Merscheid took over from her. In 1994/95 they both published a survey of their activities, which included – after the fall of the Berlin Wall - performances by young artists from Eastern Germany. She and Georg Jappe also organized the travelling exhibition Ressource Kunst, which went to Berlin, Saarbrücken, Munich and Budapest. This ended up in 1989 as a publication with the same title, with the DuMont-Verlag, in Cologne. Prior to this, she had taken the decisive step towards introducing a wider, international public to performance art through the section she curated for documenta 8, in Kassel, in 1987. This work, in turn, culminated in abook appearing under he own name under the title of Performance – Ritual – Prozess, Handbuch der Aktionskunst in Europa (Performance – Ritual – Process: Handbook of Action Art in Europe, Munich, 1993), which has since become a standard work. What would performance art be wthout the tireless work of Lieba Jappe? After Georg Jappe’s death she retired from her professional life and stopped giving lectures. The extensive archive of Georg and Lieba Jappe – only dealing with performance art - was entrusted to the Archive of the Avantgarde, founded by Egidio Marzoni and donated to the Dresden State Art Collections, Germany, in 2016.

Antje von Graevenitz, Amsterdam.

 

Juli 2021

Jana Buch & Linus Ebner
drittens: dennoch ist man …
 
Eröffnung: Samstag, 24. Juli, 17 bis 21 Uhr
24. Juli bis 1. August 2021
 
Im Vordergrund von „drittens: dennoch ist man …“ der Künstler*innen Jana Buch & Linus Ebner steht das Aufeinandertreffen hermeneutisch konstituierter Weltbilder und die Frage, in wie weit Kommunikation dazu beitragen kann diese aufzubrechen. Sucht (westliche) Kommunikation letztendlich vor allem Selbstvergewisserung? Der experimentelle Aufbau aus Video, Lyrik und Malerei findet seine vollständige Verlebendigung in der Begegnung. Die einzelnen Elemente werden ihren eigentümlichen Attributen enthoben und verwandeln sich in etwas Drittes. „drittens: dennoch ist man ...“ ist der Versuch die verhängnisvollen Denkblasen aufzustechen und unsere Kommunikationsschleifen in andere Bahnen zu lenken. Dies erfordert eine multiperspektivische, disruptive Herangehensweise, denn bei hermetisch linearen Erzählmustern verharrt man allzu oft entweder in der unerschütterlichen Gegenposition oder aber in der Position des Echos, dazu verdammt, lediglich antworten zu können, was entgegengerufen wird. Die Rauminstallation mit all ihren Einzelteilen erzählt von der Auflösung der Eindeutigkeit.
 
kuratiert von Angela Theisen & Alexander Pütz

 

 

September - Oktober 2021

Theresa Weber
Cosmic Momento
 
Eröffnung: Donnerstag, 2. September, 18 bis 21 Uhr

3. September bis 17. Oktober 2021

Mit „Cosmic Momento“ entwirft Theresa Weber eine raumgreifende Installation, in der sie aktuelle gesellschaftliche Diskurse mit ihrer Biografie verknüpft, die anhand von Konzepten der Chaostheorie und des kollektiven Gedächtnisses zugänglich gemacht werden. Eine zentrale Rolle in ihren Arbeiten spielen Polyesterharzplatten. In diese Platten gießt die Künstlerin mehrfach kodierte Artefakte, Erinnerungsstücke, die ein Geflecht von Assoziationen hervorrufen. Sie werden zu topografisch anmutendem Archivgut, das Geschichten erzählt – von Intersektionalität, Feminismus, Gender und kultureller Hybridisierung.
Damit stellt Theresa Weber Verbindungen zwischen vergangenen Kulturen und gegenwärtigen gesellschaftlichen Strukturen her. In diesem Zusammenhang möchte sie eine pluralistische Position innerhalb des Betriebssystems Kunst demonstrieren. Weber entwirft ein komplexes Verweissystem aus Collagen, Symbolen und Motiven, die Betrachter*innen mit eindeutigen Referenzen gleichermaßen wie mit offenen Assoziationsräumen in Dialog treten lassen. Hinweise auf Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft, Geschichte und Popkultur sind bestimmend für die Arbeiten. Sie überlagern, verbinden, verschmelzen und hinterfragen die fixierte Identität.

kuratiert von Angela Theisen & Alexander Pütz

 

 

November - Dezember 2021

Fynn Ribbeck
"Lesson of the Airplane"

Eröffnung, 12. November 2021, 18 bis 21 Uhr
13. November bis 12. Dezember


Lesson of the Airplane, die Einzelausstellung von Fynn Ribbeck, zeigt als zentrale Arbeit einen in 3D animierten Film. Zusätzlich sind aus Textil gefertigte Plastiken zu sehen. Der Spagat zwischen der Nutzung von virtuellen und materiellen künstlerischen Techniken ermöglicht die zunehmende Überwindung überkommener Werk- und Genrebegriffe.
Im Mittelpunkt der Bild- und Erzählwelt der Videoarbeit steht ein fiktiver Traum von Ulrike Meinhof. Darin visualisiert sich das Innenleben einer Person, deren politisch motivierte Rolle bekannt ist. Gleichzeitig ist der Zugang zu ihrem Innenleben versperrt. Ribbeck verschmilzt damit öffentliche und private Sphären, die er im gleichen Augenblick als einander kontrastierend gegenüberstellt, womit er Meinhof als politische Figur auflöst. Als Beispiel dafür mögen die gezeigten Privatwohnungen dienen, ebenso wie die übersteigert dargestellten Machtarchitekturen.
Darüber hinaus ermöglicht die 3D-Animation die flexible Gestaltung von Körperoberflächen und hinterfragt damit gleichzeitig Formen von Räumlichkeit und persönlicher Erfahrungswelt. Vor diesem Hintergrund und nicht zuletzt um die Wechselwirkungen dieser Prozesse sichtbar zu machen, materialisieren sich virtuell anmutende Figuren mit ihren pixelhaft-geometrisierenden Oberflächenbeschaffenheiten als Plastiken im Ausstellungsraum. Geformt und aus genähtem Kunststoff gefertigt, werden die an Avatare erinnernden Figuren in die fassbare Erfahrungswelt der Besucher:innen transformiert.
Mit Lesson of the Airplane schafft Ribbeck eine Erzählung, ausgehend von einem digitalen Erlebnisraum – in Form einer Traumwelt – in der die Erzählstränge ebenso auf das Innen und Außen der psychischen Verfasstheit der Protagonist:innen verweisen. Lesson of the Airplane ruft damit kritisches Bewusstsein in der Erschaffung einer alternativen Erzählung hervor.

 

 

Februar - März 2022

Zoe Dittrich-Wamser, Lia Drabik, Ji hyung Song

"Handle with care"


Der Begriff Kipppunkt oder Tipping-Point, steht für einen Punkt oder Moment, an dem eine vorher geradlinige und eindeutige Entwicklung durch bestimmte Rückkopplungen abrupt abbricht, die Richtung wechselt oder stark beschleunigt wird. Die Möglichkeit des Menschen, anfangen zu können und die Möglichkeit seiner (vermeintlichen) Freiheit handeln zu können, prägen das Menschsein und auch dessen Zerbrechlichkeit.
Alles, was uns umgibt, kann morgen zerstört sein. In einer Krise zu sein, bedeutet sich in einem Zustand der Verunsicherung oder sich in der Zeitspanne einer Entscheidungsfindung aufzuhalten. Der Konflikt beschleunigt sich, eskaliert und führt eine Antwort herbei, die u.U. unerwünscht ist. Eine unendlich erscheinende Stapelung von Momenten, bis zur Peripetie, bis zum transitorischen Moment. Die Klimakrise, die Zuspitzung von Kriegsgefahren und Pandemien.

Eröffnung: 10. Februar, 18 bis 21 Uhr

geöffnet: Samstag und Sonntag 15.00 bis 18.00 Uhr

und nach Vereinbarung unter +49 163 6852964
Laufzeit: 11. Februar bis 6. März 2022

 

April - Mai 2022


Sicherheit bezeichnet allgemein den Zustand, der für Individuen, Gemeinschaften sowie andere
Lebewesen, Objekte und Systeme frei von unvertretbaren Risiken ist oder als gefahrenfrei
angesehen wird. Sicherheit ist ein Grundbedürfnis moderner Gesellschaften, das individuellen wie
auch kollektiven Akteuren eigen sein kann. Dabei bestehen die Herausforderungen in einer sich
ständig verändernden Gefahrenlage.

Safety Testing von Katerina Matsagkos widmet sich Objekten, die Sicherheit und Kontrolle
versprechen. Die Künstlerin verführt die Betrachter:innen mit alltäglichen Gegenständen deren
Nutzbarkeit aufgehoben und abstrahiert wurde.

Katerina Matsagkos
Safety Testing

10. April bis 14. Mai, 2022
kuratiert von Alexander Pütz
Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag | 15 bis 18 Uhr

und nach Vereinbarung Tel.: +49 163 6852964

(Außer am Osterwochenende)

 

Mai 2022

Living Archive (Ark-Hive) – Terry Fox

Donnerstag, 19.05.2022, Beginn: 18.00 Uhr

„Living Archive“, Marita Loosen-Fox (intermediale Präsentation)
„innen / außen“, Frieder Butzmann (Lesung, Improvisation)
„it is as it is“, Bettina Wenzel (Performance)

 

20.05 - 29.05.2022
Installation
„absence – presence“


Zwei Geigenbögen, eine alte Käseglocke aus Metall, Karten mit Buchstaben des Alphabets, ein Foto von Terry Fox mit seiner Vespa auf einer Landstraße bei Florenz 1986, die Geschichte von zwei Klaviersaiten, die zwischen Fensterrahmen und einem Küchenschrank gespannt waren, eine Kochplatte, mit dem Potential, ein Instrument zu werden, die Erinnerung an eine Performance, die nicht wiederholt werden kann. Es sind Spuren aus dem Leben eines Künstlers, die einen Raum zwischen Abwesenheit und Anwesenheit öffnen. Das Archiv - eine Arche, ein Bienenstock – erzeugt Echos in die Zukunft hinein.

Öffnungszeiten: 16.00 – 19.00 Uhr

Kontakt: Marita Loosen-Fox

Telefon: +49 178 3633105

 

Mittwoch, 25.05.22, Beginn: 18.00 Uhr
interlude

„Isolation Unit“, filmische Erinnerung an eine Aktion von Terry Fox und Joseph Beuys,
von Marita Loosen Fox / Mitwirkung Johannes Stüttgen (Filmvorführung)
„o.T.“, Ralf Peters and Agnes Pollner (Performance)

 

Samstag, 28.05.22, Beginn: 18.00 Uhr
finale

„Floor Music for Terry“, Ron Meyers and Johanna Thompson (Performance)
„Wider die Retro-Epidemie“, Boris Nieslony (Lesung)
„Feuerkreuz“, Marita Loosen-Fox und Gäste (Aktion)

 

Dank an Georg Dietzler und Ute Dilger

 

Juni / Juli 2022

 

 


Grafik Design: Timo Wissemborski

Finissage: Sonntag,10. Juli 2022, 15.00 bis 18.00 Uhr

 

OLGA HOLZSCHUH
hold on

Von der Straße durch eine dunkle Einfahrt, in einen schattigen Hof, eine Treppe hoch, um die Ecke, durch die Tür. Fast drei Meter hohe, schimmernde Aluminium-Objekte versperren den Weg. Sie lehnen aufrecht an der Wand links, sind gerundet, laufen schmal nach unten zu. Grün-blaue Stoffbahnen umspülen die Skulpturen aus dünnem Metall, laufen auf dem Holzboden aus. Olga Holzschuhs Installation saugt still das Licht auf, das schräg in den Hof fällt. Die Aluminium-Skulpturen erinnern an übergroße Körperteile: leere Hüllen, Insektenpanzer, Fingernägel, an Arme und an gerundete Schultern. Der Stoff ist nicht Display, sondern selbst vage Skulptur, Teil eines Gefüges. Teilweise wird er von den an die Wand lehnenden Skulpturen gehalten, gleichzeitig stehen diese auf ihm – nur auf einem Punkt, auf ihren Spitzen. Ehemals grün, verändert sich der Stoff in diffusen Mustern zu Dunkelblau. Als riesige Cyanotypie bildet er photoreaktiv die Lichtsituation(en) im Raum ab.
Man könnte Olga Holzschuhs Installation surreal nennen. Man sollte den Realitätsbezug ihrer Praxis jedoch nicht vernachlässigen: Holzschuh begann ihre Arbeit in der Fotografie. Noch heute sammelt sie indexikalisch, nur in unterschiedlichen Techniken. Sie sammelt Abdrücke und Spuren von Posen und Haltungen des menschlichen Körpers. Mit Ellenbogen, Nacken und Schultern fokussiert sie insbesondere seine Halt gebenden Strukturen. In vorherigen Arbeiten hat sie ihre eigenen Körperteile und die von anderen Personen fotografiert, abgeformt oder repetitiv nachgezeichnet. Ihre Serien von ausschnitthaft gezeigten Gelenken und Knochen ähneln Studien. Mit dem Körper bewegen wir uns durch die Welt, nehmen wir die Umwelt wahr und wir reagieren mit ihm auf sie, fast „seismografisch“ mit Verspannungen, flexibler Gelöstheit, einer offenen Haltung oder gekrümmter Abwehr. Holzschuh geht es in ihren Studien weniger um individuelle Aspekte. Sie untersucht die psychischen Zustände und mentalen Haltungen, die sich in verschiedenen Körperhaltungen ausdrücken. Seit 1981 wird in der Moltkerei-Werkstatt ¹ unabgeschlossene, prozesshafte Kunst präsentiert, lange Zeit stand sie speziell für in der Kunst der 1970er Jahre verwurzelte Performances und installative Skulpturen. Körper, Beobachtung und das Kollektive treffen sich hier traditionell. Holzschuhs quasi-phänomenologischen Ordnungen deuten nun auf den Körper in der Gegenwart: als physisches Kraftfeld genauso wie als Zeichen. Ihre „gekrümmte Nacken“ und „kalte Schultern“ verweisen auf die signalgebende Funktion des Körpers im Sozialen und auch seine bedeutende Rolle in online zirkulierenden Fotografien. Der Körper ist heute mehr denn je unter ständiger Beobachtung. Gerade in Zeiten der Instabilität und der Krise zeigt er sich als physischer Kristallisationspunkt von gesellschaftlichen Kräften – von Normierung, Sexualisierung, Fetischisierung, Ausbeutung oder (Selbst-) Optimierung.
Die Skulpturen, die viel größer sind als sie selbst, hat Olga Holzschuh mit ihrer eigenen Körperkraft von innen heraus in Form gehauen. Dabei kam sie Kontakt mit ihren eigenen körperlichen Grenzen. Sie hat ihren Körper in den Skulpturen abgedrückt und ihnen damit doch eine sehr persönliche Dimension hinzugefügt. Die Schulter in ihrem oberen Teil ist dagegen abstrahiert, wirkt in ihrem aufgeblasenen Maßstab und der unebenen Oberflächenstruktur monströs. Wie Meerestier-Schalen verbergen die Objekte ihr Inneres von den Betrachter*innen. Durch ihre sich nach unten hin verjüngende Form wirken die Skulpturen gleichzeitig wie stehende Figuren – klassische Skulpturen. Sie verhalten sich ähnlich nah wie gleichzeitig entfremdet zum Menschen wie Isa Genzkens „Hyperbolos“. Seit 1982 legte Genzken sie nicht mehr auf den Boden, sondern lehnte sie an die Wand und ließ sie so noch mehr als zuvor zu Personen werden.
Keine von Holzschuhs Figuren steht für sich. Zusammen mit den rhythmisch gesetzten, technisch-glatten Stützen und dem Canvas bilden die stehenden Skulpturen ein fragiles statisches System. Fällt ein Element weg, bricht dieses System in sich zusammen. Die Schwerkraft, die an allen Arten von Körpern zehrt, wird sichtbar. Für die Philosophin und Aktivistin Simone Weil ist das Leben primär von Licht und Schwerkraft bestimmt: „Two forces rule the universe: light and gravity.“ ² Leben ist gemäß ihrer Aphorismen stetiges gegen die Schwerkraft an-arbeiten; es folgt feinen Mechaniken, verläuft in Amplituden und befindet sich in stetiger Veränderung. Welche Strukturen und Kräfte halten uns? Was bringt sie zum wanken? Und an welchen Situationen, Ko-Existenzen und Praktiken halten wir uns selbst fest?
In ihrem Werk „Formless“ beschreibt Rosalind Krauss das Herstellen von monströsen, unheimlichen Bildern als Schutz-Strategie: „To produce the image of what one fears, in order to protect oneself from what one fears – this is the strategic achievement of anxiety, which arms the subject, in advance, against the onslaught of trauma, the blow that takes one by surprise.“³ In dem Tableau, was Holzschuhs Installation kreiert, entsteht noch ein weiteres Bild, als Abdruck in dem photoreaktiven Stoff. Wo Licht einwirkt, wird der Stoff Dunkelblau. Die Schatten und Reflexionen der Skulpturen, das Licht hinterlassen Spuren im Stoff. Belichtete und verschattete Partien vermischen sich mit den tatsächlichen Schatten der Stofffaltungen. Die Ausstellungsdauer ist die Belichtungszeit. Warten auf ein unsicheres Bild. Was danach passiert ist Olga Holzschuhs Entscheidung: Sie kann den Vorgang anhalten, die „Abdrücke“ im Stoff festhalten, indem sie die Chemie mit Wasser auswäscht. Oder sie kann die in der Installation entstandenen Spuren ganz dem Licht aussetzen – diese im Dunkelblau verschwinden lassen.
Juliane Duft

1. Die in einem Kölner Hinterhof gelegene Moltkerei-Werkstatt ist immer Werkstatt geblieben. Seit 1989 ist sie Ort für prozessuale Kunst ausgehend vom körperlicher Erfahrung, in Nachfolge von Happening und Fluxus. Künstler*innen wie Marina Abramovic und Ulay, Terry Fox und Peter Weibel haben hier ausgestellt. „Künstler lebten und arbeiteten einige Wochen oder Tage in dem Raum an der Moltkestraße und entwickelten am Ort eine Kunst in Verwandlung,“ beschreibt Jürgen Kisters die ortspezifische Praxis, „(…) so demonstriert ein Sprung von der Treppe in die Garagentiefe im Hof der Moltkerei-Werkstatt das Konzept eines erweiterten Kunst begriffs, der den Prozeß (sic!) über das fertige Kunstwerk stellt.“ S. Jürgen Kisters: Die Kölner Moltkerei-Werkstatt, in: Kunstforum, Bd. 117, 1992.
2. Simone Weil: Gravity and Grace (1952), London 2002, S. 1.
3. Rosalind Krauss: Uncanny, in: Yve-Alain Bois, Rosalind Krauss: Formless: A User’s Guide, New York 1997, S. 192–197, hier S. 196.

 

Juli 2022

Hildegard Weber

eine Installations-Aktion

"Silber-Blick" III

Donnerstag, 28.07.2022, 18.00 bis 21.00 Uhr

 

August 2022

Rolf Steiner Lesung

Donnerstag, 11.08.2022, 18.00 bis 21.00 Uhr

IM KNOPFLADEN
Eine Valentinade

SCHLEICH DI
Erinnerungen an Herbert Achternbusch

KNOPF UND KNOPFLOCH
Zwölf Zeichnungen

Vorstellung des Künstlerbuches
Im Knopfladen – Eine Valentinade in Zeiten von Corona
Musikalisch begleitete Lesung
Aktion „Fallhöhe halber Meter“

Silvester 2020. Karl Valentin betritt den Schneidereibedarfsladen im ORAG-Haus in München, um Knöpfe, nicht für seine Jacke sondern für seine Hosentasche, zu kaufen. Es gibt den italienischen Brauch, dass, wenn man beim Jahreswechsel Linsen in der Tasche hat, diese im neuen Jahr mit Geld gefüllt sein wird. Was die Linsen für die Italiener, sind die Knöpfe für Karl Valentin. Und es funktioniert, er hat das schon einige Silvester, genau genommen seit er 1948 gestorben ist, ausprobiert. Seitdem lebt er im Fegefeuer, darf aber an Silvester für ein paar Stunden an die Oberfläche, um Knöpfe zu kaufen. Dieses Jahr ist wegen der Corona Pandemie alles anders. Natürlich weiß Valentin von nichts und hat keine Maske dabei, als er den Laden betritt, geschweige denn einen Gewerbeschein, außerdem hat er vergessen, wie seine Jackenknöpfe ausgesehen haben – der Brauch schreibt vor, dass stets die gleichen zu verwenden seien – und so kommt es während einer langwierigen und aberwitzigen Knopfsuche zu vielen Verwicklungen und Scharmützeln mit der Verkäuferin des Schneidereibedarfsladens, die Valentin immer wieder dazu auffordert, die AHA-Regeln einzuhalten und ihm die Tür weist, wenn Kunden im Laden sind, die aber auch nicht ganz unempfänglich ist für seine 'Valentinaden'. Später betritt Herbert Achternbusch den Laden mit einem besonderen Anliegen, dass aus seinen Lutschsteinen (Isarkiesel) Knöpfe gemacht werden. Er macht der Verkäuferin, die für seine Avancen nicht unempfindlich ist, schöne Augen und je weiter das Stück voranschreitet, desto eindeutiger wird ihr Flirt. Gleichzeitig verhilft Achternbusch Valentin, zu dessen Nachfolger ihn die Öffentlichkeit ja immer wieder einmal gekürt hat, zu seinen Knöpfen. Gemeinsam beklagen sie die Ignoranz der Öffentlichkeit, was ihr Werk anbelangt. Zum Schluss verlassen sie zusammen den Knopfladen und gehen in Valentins 'Musäum' im Isartor, um den beiden Wirtinnen ihre Aufwartung zu machen. Die sind nämlich soeben in den Hungerstreik getreten, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, jene Teile des Valentin' schen Nachlasses, die in den 50er Jahren nach Köln verkauft worden sind, zurück nach München zu bringen.

Eine Veranstaltung im Rahmen des Sonderprogramms Aufgeschlagen! des Landes Nordrhein-Westfalen

 

 

September 2022

Rike Droescher
The Big Murmur
Eröffnung: Donnerstag, 1. September, 18-21 Uhr
Installation: 2. September bis 16. Oktober 2022

Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag | 15 bis 18 Uhr

und nach Vereinbarung Tel.: +49 163 6852964


 

 

Mit The Big Murmur widmet sich Rike Droescher persönlichen und kollektiven Erzählungen von Abschottung und Kontrolle, von Zweifel und Selbstschutz. Die Künstlerin generiert Fragen und Inhalte im Spannungsfeld zwischen instabiler Gegenwart und Erwartungen an eine (andere) Zukunft. Grundlage ihrer Objekte sind Kleidungsstücke oftmals sog. Statement Shirts ebenso wie semipermeable Grenz- und Mauerbauten als Zeichen von Macht und Ohnmacht. Ausgehend von der Fragestellung, wie sich das Individuum im sozialen Raum positioniert, konstruiert die Künstlerin Situationen die zwischen dem menschlichen Körper, als privatem Raum und dem öffentlichen (architektonischen) Raum oszillieren. Rike Droescher generiert Versuchsanordnungen – Alltagsanalysen – diese verweisen auf die eigene Handlungsfähigkeit und damit auf das Potential zu Veränderung.
 
Kuratiert von Alexander Pütz

 

 

Sonntag,18.09.2022, 11.00 bis 18.00 Uhr

Vorgebirgsparkskulptur Köln

 

November 2022

Samstag, 05.11.2022, 19.00 - 20.30 Uhr

© 2017 Evgeny Revvo

 

Harald Muenz & Mathias Traxler

Così ___ fan (2022)

Così ___ fan ist eine von Harald Muenz & Mathias Traxler gemeinsam konzipierte Klang-Literatur-
Performance, die zum ersten Mal am 04.11.2022 im ort e.V. (Peter Kowald Gesellschaft, Luisenstr.
116, 42103 Wuppertal, www.kowald-ort.com) erklingen wird.

Die Aufführungsdauer beträgt ungefähr 1 Stunde (ohne Pause)

Mathias Traxler, Berlin/Basel – Schriftsteller, Stimme, Performance, Klarinette (www.traxlerm.net)
Harald Muenz, Köln – Komponist, Stimme, iPad, Elektronik (www.haraldmuenz.eu)

Literatur wie Musik werden heutzutage nach wie vor von Präsentationsformen beherrscht, bei denen
sich Vortragende & Publikum frontal gegenüberstehen. In Così__ fan wird solche Distanz von Anfang
zugunsten ortsspezifischer Bezugnahme auf den konkreten Veranstaltungsraum aufgehoben.

Così__ fan thematisiert Literaturlesung & Konzertsituation in ihren verschiedenen Ausrichtungen &
Möglichkeiten gemeinsam & stellt sie auf die Probe - "Probe" in dem Sinne verstanden, daß jeder
Aufführung etwas Experimentelles innewohnt, an dem das Publikum teilhat.

In der Aufführung kommen portable Lautsprecher zum Einsatz. So werden Sprechen &
Klangerzeugung werden als kammermusikalische Dialoge zwischen Muenz & Traxler angelegt, bei
denen sich unterschiedliche semantische, syntaktische & klangliche Parameter durchdringen. Live
Gesprochenes & vorbereitete Materialien, Zuspiele, gehen ineinander über. Membrane spielen bei
diesen Konstellationen sowohl als sprachliche Metapher wie als schwingende Resonanzhüllen
innerhalb der Rede eine wesentliche Rolle.

Einer der Hauptfokusse bei allen Aktionen liegt in der Entstehung poetischer & musikalischer
Vorgänge aus dem Ritus; hieraus ergeben sich viele Parallelen & Bezüge zu Elementen der
Performancekunst.

Das Spektrum des verwendeten Textmaterials umfaßt Arbeiten von Mathias Traxler & anderer
Autoren, theoretische & praktische Texte der experimentellen Literatur & Lautpoesie. Der
Sprachklang selbst, dessen Artikulation, Prosodie & Rhythmus, werden als musikalische Ereignisse
fokussiert, reflektiert & verarbeitet, in die auch elektronische Mittel eingreifen.

Darüber hinaus reagieren Traxler & Muenz auf Audio-Fragmente aus den Proben & Aufführungen
von Haut-Parleurs (2017 in der Lettrétage Berlin realisiert) als Live-Performer neu.
Video-Link: https://www.lettretage.de/con_text-2-haut-parleurs-mit-mathias-traxler-harald-muenz/

 

"Gefördert durch den IFM e.V. | Initiative Freie Musik in Köln, unterstützt mit Mitteln der Stadt Köln."

 

 

Keren Cytter
"Metamorphosis"
Eröffnung Fr. 18.11.2022, 18.00 - 21.00 Uhr
bis 10.12.2022

In ihrer Ausstellung Metamorphosis zeigt Keren Cytter ihre gleichnamige Videoarbeit. Diese verweist auf die jahrelange Arbeitsweise der Künstlerin. Keren Cytter kreiert Filme, Performances, Zeichnungen und Fotografien zu Themen der sozialen Entfremdung, der sprachlichen Repräsentation und der Funktion des Individuums in vorbestimmten kulturellen Systemen durch experimentelle Formen des Erzählens und der menschlichen Wahrnehmung.

 

Januar / Februar 2023

Nschotschi Haslinger
Mikro Silence
Eröffnung: Samstag, 28.01.2023, 18.00 bis 21.00 Uhr
Laufzeit: 29.01. bis 26.02.2023

Öffnungszeiten: Sa und So, 15.00 bis 18.00 Uhr

 

 

In Mikro Silence erschafft Nschotschi Haslinger eine installative Verbindung zwischen Bildhauerei und Zeichnung – Vermittler ist eine auditive Intervention. In ihren Bildwelten finden sich urige, träumerisch-verwurzelte Lebewesen, die eine zauberhafte Präsenz von Geschichte besitzen. Verwunschene Gestalten, Tiere oder Körperteile wie Frösche, Ouroboroi oder Füße, aus denen noch die Knochen des Beines ragen. Puppen wie kleine Lebewesen finden zerbrechlich in ihren Betten Schutz. Es ist eine Welt, in der Autoscooter warmes, lebendiges Fell besitzen. Auch wenn uns diese Umwelt im ersten Moment fremd vorkommt, scheint sie unsere Gegenwart zu kennen und uns zu einer Expedition einzuladen. Alles scheint in Bewegung und in Interaktion zu sein. Die Figuren, die in einer Reise oder in Trance versunken sind, verführen uns. Körperliche Spannungen sind sichtbar. Weibliche Erscheinungen sind um die Verbreitung ihrer matriarchalen Weisheit bemüht. Es wuselt und flackert. Die Bereitschaft zur Verwandlung, zur Veränderung – der Metamorphose – formiert sich spürbar. Die üppig-vegetativen Landschaften sind lebendig und eingenommen von jenen Lebewesen, die diese Wälder und Höhlen, die Orte romantischer Sehnsucht, konterkarieren. Gleichzeitig halten sie den Fluss lebendig, der diese Vorstellung von Natur bedingt.

Nschotschi Haslinger schichtet verschiedene Aspekte von Mythologie und Eskapismus zu einer neuen Welt: Phantastische Elemente in Form von agierenden Tieren oder Gegenständen, Zaubereien sowie sexueller Versuchung. Märchen wohnen ihrem Wesen nach ein Moment Utopie inne, oftmals in sozialrealistischer oder sozialutopischer Form und bringen damit gesellschaftliche Bedingungen ans Licht. Dazu gehört das Reflektieren über Herrschaft und Machtstrukturen, über Geschlechterrollen, Sexualität und Familienstrukturen. Die Künstlerin nutzt diese tradiert-moralische Struktur, um ihrerseits eine aufgeladene Stimmung zu generieren, in der Märchen auch für Erwachsene sinnvoll erscheinen und umfängliche Ursprungsphantasien ausgelebt werden. Dabei fungieren ihre verführerischen Geschöpfe, als Initial, als ritueller Übergang – gleichsam einer Votivgabe. Die Besucher:innen können selber Teil der Reise werden und sich betten, audiovisuell mit dem Anderen verbinden. Das Betten, sich schutzlos zeigen und dem Gesang lauschen, mit dem schüchtern Gesicht, bedeutet die innere Reise hin zu Behütetheit und Sicherheit.

Es ist ein eigener Kosmos, ein eigenes Universum, eine eigene komplexe Lebenswelt – mit Konturen, die eine gewisse Härte ausstrahlen – Berührungen, Blicke und Handlungen, die etwas Dunkles und Geheimnisvolles umgeben. Zwischen Nähe und Distanz, Geborgenheit und Ausgeliefertsein oszillieren die Protagonist:innen. Die Szenen fungieren als Geschichten ohne feste Chronologie, die mehr als Zwischenraum definiert werden können. Dieser vermag es, Teil eines ortlosen Traums zu sein, als Teil unserer Phantasien. Wir dürfen auch in der Dunkelheit wachsen, in den angenehmen Gefilden der Utopien.

kuratiert von Alexander Pütz

März / April 2023

Mathias Weinfurter
Ankerstraße
Eröffnung: Samstag, 11.3.2023, 18.00 bis 21.00 Uhr

geöffnet: Samstag und Sonntag 15.00 bis 18.00 Uhr

und nach Vereinbarung unter +49 163 6852964

an Ostern am 08.04.2023 und 09.04.2023 geschlossen


Laufzeit: 12.03. bis 16.4.2023

Design: Julia Woll

 

 

Graue Schluchten, braune Balkons, orangene Markisen, kleine Fenster, 19 Stockwerke, umgeben von Feldern. Hochhaussiedlung, Ankerstraße, Mülldorf, Sankt Augustin in Nordrhein-Westfalen. In der Siedlung leben rund 2200 Einwohner:innen auf 0,61 Quadratkilometern. Sankt Augustin ist das Viertel mit dem höchsten Anteil von Menschen die unter dem Existenzminimum leben, von Menschen mit Migrationshintergrund, dem zweithöchsten Anteil an Haushalten mit Kindern und einem überdurchschnittlich hohen Anteil von Alleinerziehenden. Für Mathias Weinfurter ist die Ankerstraße ein nostalgischer Ort und ein riesiger Abenteuerspielplatz. In diesem Schmelztiegel der Häufung verbrachte der Künstler in den 1990er Jahren seine Kindheit. Es ist ein zentraler Ort seiner Biografie wie für unzählige andere Bewohner:innen. Es ist ein Ort von Lebenswegen und -entscheidungen, von individueller Bewältigung des Alltags und kollektivem Dach. Ein Ort, an dem das Leben strukturell prekär erscheint.

Für eine Kunstausstellung stellt sich die Frage wie die Installation Ankerstraße in Beziehung zum Leben steht? Das Zusammentreffen dieser beiden oftmals sich fremd scheinenden Teile von Ausstellungs- und Lebensraum soll mitnichten nur eine Modifikation der außerästhetischen sozialen Realität durch künstlerisches Eingreifen sein. Die Feldforschung, die Kunst als soziale Strategie, oftmals auch soziologische Kunst genannt – all dies sind terminologisch und inhaltlich Facetten einer ästhetischen Praxis, die als sozialer Prozess subsumierbar ist. Mathias Weinfurter untersucht und arbeitet natürliche Lebenssituationen oder -geschichten auf. Der Künstler bearbeitet die sozialen Strukturen nicht aus der Vogelperspektive, sondern ist Teil dieser Struktur – biografisch ist er mit den Architekturen der Ankerstraße verflochten. Der ästhetische Impetus entwickelt sich nicht zuvorderst, der soziale Prozess der Arbeit liegt am Anfang. Über die Architektur selbst versucht er behutsam die Bedingungen dieser Strukturen und die Funktionsweisen zu registrieren und aufzuschlüsseln.
Es ist auch der Ausdruck eines Missbehagens an der bestehenden Gesellschaft und einer Annäherung durch Einbringen eines erweiterten Blickwinkels, eines „künstlerischen Sachverstands“, der gesellschaftlich teilhaben, mehr noch, Einfluss nehmen möchte. Mathias Weinfurter fungiert hier als Auslöser und Anreger sozialer Prozesse, auch als Analytiker nicht nur innerhalb des Kunstkontextes, sondern und vor allem in der außerästhetischen gesellschaftlichen Realität. Parallel entstehen aus dieser Herangehensweise künstlerische und ästhetische Formen und Materialverbindungen: Friese von Einschreibungen der Fassade und Stahlverwebungen, die die Form des Wohnkomplexes zeigen. Seine künstlerische Praxis sensibilisiert für Soziales im allgemeinsten Sinne. Sie regt dazu an, gesellschaftliches Bewusstsein zu entwickeln, Machtstrukturen durchsichtiger zu machen und diese nach Möglichkeit aufzuweichen, ideologischen Syndromen auf die Spur zu kommen, Normen zu hinterfragen, sozial stereotypisierten Einstellungsmustern nachzugehen, festgefahrenem Sozialverhalten entgegenzuwirken, der interpersonalen Kommunikation neue Impulse zu geben.
In Ankerstraße verwebt sich der Ort, der Handlung unzähliger individueller Lebenswege und -stationen ist und war, mit der Analyse, die sich in der klaren geometrischen und nüchternen Gestalt der Arbeiten widerspiegelt. Daraus erwachsen Arbeiten, die nostalgisch scheinen, mehr aber, Strukturen offen legen, in denen sich die ästhetische Qualität aus dem Sehnsuchtsort und der Analyse zusammensetzt.

kuratiert von Alexander Puetz

 

Mai 2023

Parisa Karimi

Grainy Glimpses Of Landscape

Eröffnung: Freitag, 05.05.2023, 18.00 bis 21.00 Uhr

Installation: 06.05. bis 13.05.2023

 

Bettina Wenzel

Klangperformance

Donnerstag, 25.5.2023 um 19.00 Uhr

„FluxSongs“, ist eine zeitgenössische MusikPerformance. Die Vokalartistin Bettina Wenzel kombiniert spielerisch IPadApps mit multiplen Stimmklängen. Sie berücksichtigt zudem die spezifischen Resonanzen der Moltkerei Werkstatt, indem sie räumlich flexibel und ständig in Bewegung ist.

 

Juni 2023

RE:
Rethink, Redraw, Return

Strichstärke Re: ist als offener Versuch einer performativen Zeichnung zu verstehen.

Eröffnung Sonntag, 11. Juni 2023, 17-21 Uhr
12.- 18. Juni 2023, 17-19 Uhr

8 Künstlerinnen und Künstler interagieren durch Zeichnung, diskontinuierlich, verändernd, offen. Überprüfen, reagieren, durchstreichen, im täglichen Wechsel, kooperieren, distanzieren.

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler:
Matthias Beckmann
Katja Butt
Karin Hochstatter
Katharina Jahnke
Eva-Maria Kollischan
Wolfgang Lüttgens
Saskia Niehaus
Ingrid Roscheck

AIC ON Wochenende
Fr, 16.06.2023     12:00 -18:00 Uhr
Sa, 17.06.2023   12:00 -16:00 Uhr
Sa, 17.06.2023   17:00 Uhr Melanie Grocki: Performativer Spaziergang im Grüngürtel an der Uni
So, 18.06.2023   12:00 -18:00 Uhr Finissage ab 17:00 h / Peter Alexius, Solokonzert 'Drift into the Blur' 19.00 Uhr

 

Juli 2023

Romina Abate

Alles Glück dieser Erde
Eröffnung Samstag, 01.07.2023,18.00–21.00 Uhr
bis 30.07.2023

 
Öffnungszeiten: Sa und So, 15.00 bis 18.00 Uhr
Und nach Vereinbarung unter +49 163 6852964
 
Buchpräsentation mit Live-Konzert „Die Horsecocks“, am 30. Juli, 15 bis 18 Uhr.


 
 
In Alles Glück dieser Erde fragt Romina Abate, wie Balance hergestellt wird und was es bedeutet, sich zu anderen Körpern in Beziehung zu setzen. Gemeinsam mit Astrid Küllmar von Moved by Horses und dem tierischen Co-Coach Elvis nähert sie sich dem Reiten als einer Praxis an, die innere wie äußere Bewegung, emotionale Erregung und physische Entspannung auszulösen vermag. Die Fotografien, Zeichnungen und Objekte, die in Form eines Parcours präsentiert werden, zeugen von der Begegnung der Künstlerin mit lebenden und artifiziellen Pferden, ihrer Umgebung und nicht zuletzt sich selbst. Im Dialog mit einem Schaukelpferd und diversen Requisiten aus dem Pferdestall untersucht sie, wie das Reiten, dessen mediale Repräsentation und linguistisch verknüpfte Metaphern mit Macht und Kontrolle, Vertrauen, Nähe sowie Sexismus und Rassismus zusammenhängen.

 

 

August 2023

Vorgebirgsparkskulptur 2023

Ort: Kreuznacher Str., 50968 Köln
Sonntag, 20. August 2023, 11.00 - 18.00 Uhr


 

 

 

August / September 2023

Yana Tsegay
The Collection of Babylon Rage

Eröffnung: 31. August 2023, 18 bis 21 Uhr
Laufzeit: 1. bis 24. September 2023
Kuratiert von Alexander Pütz

Öffnungszeiten: Sa und So, 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung unter +49 163 6852964
(geschlossen am 9. und 10. September)

DC Open Öffnungszeiten:

1. bis 3. September 2023
Freitag, 18 bis 21 Uhr
Samstag, 13 bis 19 Uhr
Sonntag, 13 bis 17 Uhr

 

Grafik: Julia Woll

 

In ihrer Einzelausstellung The Collection of Babylon Rage nähert sich Yana Tsegay dem Archiv an und damit dem Nachlass von Einzelpersonen und der Sammeltätigkeit von Institutionen. Archivieren und Sammeln bedeutet Objekten einen besonderen Status des Bewahrenswerten zu geben. Selektionsprinzipien legen fest, welche Exponate überhaupt in Sammlungen gelangen. Kunstsammlungen zielen letztlich darauf ab, das kulturelle Gedächtnis mitzugestalten und verfolgen eine „Identitätskonkretheit“, da sie objektivierte Kultur beherbergen, die die kulturelle Identität mitgestaltet.
Yana Tsegay interveniert in diese oft unzugänglichen Strukturen und führt sie zum Nullpunkt zurück. Mit der fiktiven Sammlung der Person Babylon Rage untersucht die Künstlerin den Mechanismus des Archivierens und arbeitet seine Fiktionalität heraus. Damit zeigt sie die Ambivalenz von Aneignung und Anerkennung, die eine kulturelle Konstruktion ist. Diese Konstruktion von Wirklichkeit führt zu hegemonialen Machtverhältnissen, die es zu beleuchten gilt. Kulturgüter des Globalen Nordens erfahren oftmals besondere Wertschätzung, wohingegen die des Globalen Südens einer Attraktion gleich behandelt werden. The Collection of Babylon Rage konterkariert eine kanonisierte Kunst- und Kulturgeschichte. Die Fragestellung nach einem kulturellen Gedächtnis besetzt Yana Tsegay mit Malerei und Objekten, die an eine Sammlungspräsentation erinnern. Viele Elemente der Ausstellung sind oxidiert, auf den Leinwänden zeigt sich Grünspan, die Hauben und Vitrinen sind von dickem, erdig-blutig anmutendem Rost überwuchert. Sie sind zu Trägern von Bedeutung und Geschichte – einer Zeitlichkeit – geworden. Über ihre Erzählung, der An- und Abwesenheit und der Geschichte der Sammlerpersönlichkeit Babylon Rage, verweisen sie hinaus. Institutionen, die Artefakte und Kunstwerke einer Gesellschaft repräsentieren, müssen sich gezielt positionieren, um kulturelle Veränderungen mitzutragen, die als kulturelles Erbe in Archive einfließen. Welche Konzepte von Kultur sind in Archive und Sammlungen eingeschrieben und wie wirken sie auf Gesellschaften?

Oktober / November 2023

Ani Schulze
The Convent of Pleasure – Prolog

kuratiert von Alexander Pütz & Wiebke Wesselmann | You Might Also Like e.V.
 
Eröffnung    21. Oktober 2023, 18 – 21 Uhr
Laufzeit 22. Oktober – 19. November 2023
 

 
In ihrer Einzelausstellung The Convent of Pleasure – Prolog präsentiert die Künstlerin Ani Schulze die Premiere ihrer gleichnamigen Videoarbeit, die mehrteilig als Soap Opera angelegt ist. Begleitet wird die Ausstellung von neuen Malereien und Keramiken.
In der ersten Episode The Beginning gründen maskierte Charaktere, die auf den Künstlerinnen Marie Vassilieff (1884–1957) und Abigail de Paiva Cruz (1883–1944) basieren, zusammen mit der Gottesanbeterin Le Mante The Convent of Pleasure in Paris. Die Handpuppen Facil- Le Gandarme, Adviser- The Donkey, Take-pleasure- Le Philosophe und Court- The Artist versuchen gewaltvoll in das Kloster vorzudringen. Mit einem sinnlich-ausladenden Kostümfest findet der Höhe- und Wendepunkt der eröffnenden Erzählung statt.
 
The Convent of Pleasure geht auf die gleichnamige Komödie von Margaret Cavendish aus dem Jahr 1668 zurück. In dieser beschließt eine Gruppe von Frauen nicht zu heiraten und eine Gemeinschaft ohne Männer – das titelgebende Kloster – zu gründen. In Ani Schulzes Videoarbeit verschwimmen reale Bilder der Seine-Metropole, animierte Bilder und Zwischenwelten zu einer puppenhaften Inszenierung. Es tauchen künstlerische Werke und Anekdoten sowie reale Geschichten aus dem Leben der genannten Künstlerinnen, wie auch von Germaine Richier (1902-1959) auf, die alle zeitweise in Paris lebten.
 
The Convent of Pleasure – Prolog ist der erste Akt und Vorschau für eine in 2024
folgende Ausstellung und umfangreiche Installation mit mehreren Episoden, die ebenfalls in der Moltkerei Werkstatt präsentiert wird. Im Frühjahr 2024 wird ein neuer Teil in Buenos Aires, Argentinien, entstehen.
 

Die Videoarbeit wurde von der Kunststiftung NRW, dem medienwerk.nrw und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Die Ausstellung wurde vom medienwerk.nrw, dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen sowie von Où j’ai grandi gefördert. Mit freundlicher Unterstützung der YMusic GmbH und des Kulturamtes Köln.
 

 

November / Dezember 2023

Becket MWN, Presence, 2023 (Lindsay Lohan in The Parent Trap, 1998), © der Künstler

 

 

Video Digest – ein Recherche- und Ausstellungsprojekt von Videonale Bonn und IMAI – Inter Media Art Institute Düsseldorf
Eröffnung: 24.11.2023, 18-22 Uhr
Laufzeit: 25.11.-10.12.2023, Do-So, 15-19 Uhr und nach Vereinbarung, videodigest@videonale.org

Schauinsland, Infermental und Zapp Magazine – so hießen die drei diskursprägenden Videomagazine der 1980er und 1990er Jahre. Sie stehen im Zentrum von Video Digest, einem Ausstellungs- und Rechercheprojekts von Videonale und IMAI – Inter Media Art Institute in der Moltkerei Werkstatt, Köln. Eine Reihe dialogisch präsentierter aktueller Videoarbeiten, Performances und Zines von Ji Su Kang-Gatto, Ayesha Hameed, Becket MWN, Rrangwane und Leyla Yenirce (in Zusammenarbeit mit Mazlum Nergiz) sind in Reaktion auf die Videomagazine entstanden und untersuchen das widerständige Potential von Bewegtbild aus gegenwärtiger Perspektive. Sie sind zugleich Teil des Online-Videomagazins Video Digest #1: videonale.org/stiftung-imai.de, Launch am 24.11.2023.
Das Programm wird um die parallel stattfindende Film- und Performancereihe VIDEONALE.scope mit kuratierten Programmen von Ayesha Hameed, Eli Cortiñas, Ji Su Kang-Gatto und Vika Kirchenbauer ergänzt.
Kuration: Miriam Hausner, Nele Kaczmarek, Tasja Langenbach
Konzeption: Tasja Langenbach, Linnea Semmerling
 
Programm
 
Freitag, 24.11.2023
18 – 22 Eröffnung Video Digest    
20 Performance Becket MWN


 
Samstag, 25.11.2023
17 Kommentiertes Screening Zapp Magazine
18:30 Lesung und Gespräch, Leyla Yenirce und Mazlum Nergiz, Texte von Ilse Aichinger
 


Samstag, 09.12.2023
16 – 23 Binge Watching Infermental #4

 
Sonntag, 10.12.2023
15 – 19 Finissage Video Digest

Video Digest wird gefördert von / is supported by:

 

 

Mit Unterstützung von / supported by:

 

 

Januar 2024

Olga Holzschuh
Book Release der Publikation hold on
Gespräch mit Lisa Alice Klosterkötter & Olga Holzschuh
19. Januar 2024, 18 bis 22 Uhr

 

 

Mit freundlicher Unterstützung durch

 

 

 

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